Donnerstag, 20.06.2019 07:03 Uhr

The smarter E Europe Messe in München

Verantwortlicher Autor: Friedrich Scheuerecker München, 23.05.2019, 16:24 Uhr
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Die Messe - The smarter E Europe
Die Messe - The smarter E Europe   Bild: Friedrich Scheuerecker

München [ENA] The smarter E ist die Innovationsplattform für Veranstaltungen und Themen der neuen Energiewelt. Digitalisierung und Dezentralisierung verändern die Energiewelt nachhaltig und die stetige Zunahme an Strom aus volatilen und erneuerbaren Energiequellen erfordern neue Konzepte und Lösungen.

Vier Messen, eine Mission: das Erreichen einer sauberen und modernen Energiewirtschaft. Nach drei erfolgreichen Tagen zieht The smarter E Europe, die Innovationsplattform für die neue Energiewelt, eine positive Bilanz. Mit insgesamt 1.354 Ausstellern und rund 50.000 Besuchern aus 162 Ländern ist The smarter E Europe Europas größte energiewirtschaftliche Plattform. In den begleitenden Konferenzen und Messeforen wurden darüber hinaus zahlreiche innovative Technologien, neue Geschäftsmodelle und zukunftsweisende Projekte vorgestellt. Vom 15. bis 17. Mai 2019 fanden insgesamt vier Energiefachmessen auf der Innovationsplattform statt: die Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power.

Riesiges Sanierungspotential

Allein in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden gibt es rund 43 Mio. Wohnungen, die in den nächsten 30 Jahren saniert werden müssen, um die EU-Klimaziele für 2050 zu erreichen. Damit Mehrfamilienhäuser schneller, günstiger und trotzdem hochwertig klimaneutral saniert werden können, schließen sich die Energiesprong-Marktentwicklungsteams aus diesen Ländern zusammen. Das meldet die Deutsche Energie-Agentur (dena), die die Initiative in Deutschland koordiniert. Gemeinsam mit ausgewählten Wohnungsunternehmen will Energiesprong im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg NWE „Mustbe0“ mehrere Gebäude mit insgesamt 415 Wohneinheiten als Prototypen sanieren, den Großteil davon in Deutschland.

Sanieren mit fertigen Elementen

Das Ziel von Energiesprong ist es, Mehrfamilienhäuser zu einem Net-Zero-Standard zu sanieren, so dass jedes Haus im Jahresmittel so viel Strom und Wärme erzeugt, wie es für Heizung, Warmwasser und Haushaltsgeräte braucht. Dabei sollen die Lebenshaltungskosten für die Bewohner nicht steigen. Ein wesentlicher Bestandteil seien dabei industriell vorgefertigte, maßgeschneiderte Elemente für Fassaden und Dächer mit vollständig integrierten Energiesystemen, mit denen sich die Häuser innerhalb weniger Wochen sanieren lassen. Hohe Stückzahlen der Elemente sollen die Kosten senken.

Energiekunden und Prosumer sowie Energie- oder Facility-Manager aus Industrie, Immobilienwirtschaft und Kommunen – sie alle suchen nachhaltige, sichere und kostengünstige Energielösungen für ihre Gebäude, Liegenschaften oder Quartiere. Immobilien sind heute mehr als einfache Gebäude: Vielmehr produzieren sie mittels Photovoltaik oder Kraft-Wärme-Kopplung inzwischen Strom oder Wärme und versorgen sich damit größtenteils selbst. Die Energiewirtschaft wandelt sich: Erneuerbare Energien, Dezentralisierung und Digitalisierung eröffnen neue Geschäftsmodelle und schaffen Platz für neue Akteure im Markt.

Beispiele von Ausstellern mit interessanten Ansätzen

Nicht weniger als 100% Selbstversorgung und Netzunabhängigkeit verspricht die HPS Home Power Solutions GmbH aus Berlin. Das kompakte Produkt ist Energiespeicher, Heizungsunterstützung und Wohnraumbelüftung. Es verspricht auf Basis eines leistungsfähigen Energiemanagements die vollständige Abdeckung des Bedarfes an elektrischer Energie für ein Einfamilienhaus. Die an sonnenreichen Tagen mit einer Photovoltaikanlage produzierte Energie kann neben der sofortigen Nutzung mittels eines Elektrolyseurs in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert werden. Eine Brennstoffzelle wandelt die im Wasserstoff gespeicherte Energie bei Bedarf wieder in elektrische Energie und Wärme.

Nicht die Energie der Sonne, sondern die Strahlungswärme eines Holzofens ist die treibende Kraft, um beim Heizen so ganz nebenbei noch ein wenig Strom zu generieren. Möglich macht dies der sogenannte Seebeck-Effekt, welcher nach seinem Entdecker Thomas Johann Seebeck (1770-1831) benannt wurde. 250 Watt elektrische Energie in der Spitze verspricht der Hersteller des Holzofens, die Firma Thermoelect GmbH aus Wismar. Thermoelektrische Generatoren, in der umgekehrten Wirkungsweise von Peltierelementen, wandeln über das Temperaturgefälle zwischen dem Feuerraum und der Wassertasche des Heizungsrücklaufs einen kleinen Teil der Strahlungswärme in elektrischen Strom.

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